Gesucht und gefunden, auf der Suche nach dem passenden Sucher

Nach meiner ersten Nacht war mir schon klar, das der vorhandene Mini-Sucher und ich nie astronomische Freunde werden. Erstens hat er ein viel zu kleines und auch zu dunkles Gesichtsfeld und zweitens eine echt beschi…. miserable Justierung. Klar das ein neuer Sucher, neben der Montierung, mit das erste war was seinen Weg in mein neues Hobby fand.

Da es in unserer Nähe leider keinen Astronomie-Verein oder besuchsfähige Sternwarte gibt, bin ich mal wieder auf mich selber und das hiesige Internet gestellt. Erste Anlaufstelle war natürlich wie immer einer der vielen Astronomie Foren. Nach etlichen Threads stellte sich heraus das eine Mindestgröße von 6×30 die unterste Grenze des zumutbaren wäre und bei Beobachtung mit einem Zenit- oder Prismaspiegel ein Winkelsucher entscheidende Vorteile hätte.

Das ist einleuchtend, dachte ich mir, denn wenn ich durch mein Teleskop schaue, dann immer mit Zenitspiegel. Warum also nicht den gleichen Komfort auch am Sucher verwenden. Das die Idee aber einen entschiedenen Hacken hatte, erfuhr ich erst später bei der ersten Beobachtung.

Der Seben 6×30 Winkelsucher

Da mein altes Bresser Linsen Teleskop (70/900) nicht gerade zu den hochpreisigsten Teleskopen am Markt gehört, wollte ich dem Sucher auch nicht zu viel finanzielle Beachtung schenken. Gefunden habe ich dann das Seben Sucherfernrohr 6×30 mit Fadenkreuz und Winkelsucher.

Nach ein paar Tagen war das Teil dann auch schon bei mir und konnte an mein Teleskop angeflanscht werden. Anders als wie erhofft, waren die Löcher der neuen Sebenaufnahme nicht hundertprozentig Deckungsgleich mit der des alten Suchers. Einerseits waren die alten Bolzen zur kurz und andererseits auch noch zu weit auseinander.

Die Bolzen zu verlängern, ohne das Teleskop aufzuschrauben zu müssen, war mit Hilfe von M3 Abstandsbolzen kein Problem. Das sind übrigens die gleichen Dinger die auch in einem PC-Tower für die Befestigung des Mainboards benutzt werden.

Der dadurch entstandene weitere Abstand der Bolzen verlangte eine kleine Modifizierung am Seben Sucher. Hier musste ich die vorhanden Löcher etwas aufbohren. Befestigt wurde dann der neue Sucher mit den alten Rändelmuttern.

Das sah zwar ganz gut aus und war auch stabil, allerdings hat sich das anschließende Justieren als Mammutaufgabe herausgestellt. Der Seben Sucher hat vier dieser Justier- und/oder Halteschrauben und ich weiß bis heute nicht wie ich es geschafft habe diese Synchron mit dem Teleskop zu bringen. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft und der Blick hindurch war schön groß und dank des Winkels auch super bequem.

Es wurde dann auch endlich Nacht und ich richtete, wie schon in der Nacht zuvor, das Teleskop in Richtung Süd/Ost. Die Planeten waren noch nicht zu sehen und so testete ich anhand irgendeines Sternes die Justierung meines Suchers. Es stimmte zwar nicht hundertprozentig, aber die Genauigkeit war mehr als ausreichend und bedeutend besser als mit dem Original. Zufrieden löste ich die Halteschrauben der parallaktischen Montierung und richtete mein Telekop Richtung Nord/West aus, aber was war das! Die vorherige von bequeme von oben Einsicht des Sucher, ist nunmehr völlig absurdum nach unten gerichtet. Was ist das, dachte ich mir, ein reiner Süd/Ost Sucher?!

Newton Besitzer mit einer parallaktischen Montierung kennen das Problem, habe ich mir sagen lassen. Dank des seitliche angebrachten Okulars muss auch hier das Teleskop gedreht werden, wenn man in die entgegengesetzte Richtung schaut. Anders als beim Newton kann ich aber nicht einfach den Winkelsucher drehen, denn das würde eine erneute Justierung nach sich ziehen.

Zweiter Versuch: Omegon LED Sucher

Frustriert beendete die nächtlich Beobachtung, schnappte mir mein Smartphone und graste den Online-Store nach einem weiteren und vor allem geraden Sucher ab. Fündig wurde ich mit dem Omegon LED Sucher, diesmal wollte ich aber alles richtig machen und habe mir gleich einen passenden Sucherschuh dazu bestellt.

Omegon LED Sucher
Omegon LED Sucher
LED-Sucher aus Kunststoff; Projektionsscheibe für klaren Durchblick; passend für Skywatcher/Celestron/Vixen/GP Sucherschuhe
25,90 EUR

Das hat natürlich meinen selbstgesteckten finanziellen Rahmen gesprengt, aber was tut man nicht alles für sein Hobby.

Zuallererst musste der Sucherschuh in Vixen-Stil befestigt werden. Diesmal kam ich nicht drumherum und musste den Okularauszug entfernen. Die vorhandenen M3 Schrauben wurdenentfernen und die Löcher auf 4mm aufbohren. Anschließend konnte ich den neuen Sucherschuh ohne Probleme am Tubus festschrauben.

Sicherheitshalber habe ich beim aufbohren die Öffnung nach unten gerichtet und einen Staubsauger verwendet, nicht das noch anfallende Späne in Richtung Linse fliegen. Anschließend wurde der Okularauszug festgeschraubt und der LED-Sucher eingeklemmt.

Also die Arbeit war jetzt nicht wirklich kompliziert, daher war es umso erfreulicher das das Ergebnis mehr als zufriedenstellend war. Vor allem das Justieren des LED-Punktes war super simpel und vor allem einfach nachzuvollziehen. Eine Schraube ändert die vertikale und eine weitere die horizontale Verstellung. Nach nicht mal einer Minute war alles justiert und Einsatzbereit.

In der ersten Nacht mit dem neuen LED-Sucher wurden auch die ersten Fotos von mir geschossen, dass anvisieren des Objekts ist bis heute noch hundertprozentig Deckungsgleich mit dem Teleskop. Schön ist auch das man die Stärke des Leuchtpunktes verstellen kann. Leider vergesse ich hin und wieder den Sucher auszumachen, so dass er während der ganzen Beobachtung leuchtet. Dafür kann aber der Sucher nichts, sondern nur das Erinnerungsvermögen des Nutzers.

Fazit

Wenn man als Anfänger (so wie ich) auf der Suche nach einem einfachen und vor allem problemlos justierbaren Sucher ist, dann kommt man fast nicht an einem LED-Sucher vorbei. Das Gesichtsfeld ist zwar eher klein, spielt aber beim aufsuchen keinerlei Rolle, da man mit geöffneten Augen anvisiert. Jeder der in seiner Bundeswehrzeit zufällig mit einem G36 in Berührung kam, kennt das eingebaute Reflexvisier und genau so funktioniert auch der LED-Sucher des Omegons.

Einziger Nachteil könnte eine nichtvorhanden Vergrößerung sein, denn so ist es leider nicht möglich beim Suchen schon Objekte zu erspähen die dem Auge verwehrt bleiben.

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