Jupiter im L-RGB, dem Seeing ein kleines Schnippchen schlagen

Bei Planetenaufnahmen rede ich immer gerne vom schlechten Seeing, aber das ist eigentlich nicht ganz richtig! Es herrscht halt irgendwie normales Seeing und ich bin dazu geneigt diese normal vorherrschende Luftunruhe mit denen zu vergleichen, in der die Luftunruhe besonders gut war. Auch in dieser Nacht herrschte also wieder das übliche normal maue Seeing, mit dem man halt so herum kämpfen muss.

Aber dank meiner neusten Errungenschaft (siehe Artikel) habe ich aber das Thema L-RGB nochmals in Angriff genommen und versuche so dem Seeing ein Schnippchen zu schlagen. Hierbei wird die bisherige normale Farbaufnahme (RGB) mit einer zusätzlichen schwarz/weiß Luminanzaufnahme kombiniert. In diesem Fall besteht die Luminanzaufnahme aus einem für das Seeing weniger anfälligem nahen Infraroten mit Anteilen des normalen sichtbaren roten Lichts (ab 685nm).

Da sich Jupiter super schnell in knapp 10 Stunden um die eigene Achse dreht, sind die einzelnen Aufnahmen zeitlich sehr begrenzt. Man spricht im allgemeinen von Aufnahmen zwischen 30 und 120 Sekunden, je nach Brennweite des Teleskops. Um möglichst wenig Zeit zwischen der RGB- und der Luminanzaufnahme zu verschwenden, wurde die Autorun Funktion von FireCapture bemüht. Mit dieser Funktion wird automatisch eine vordefinierte Reihe an Abläufen abgespielt.

In meinem Fall bedeutet das eine 30s Aufnahme mit dem UV-IR Sperrfilter, danach wird automatisch auf den IR-Passfilter gewechselt und eine weitere 30s Aufnahme gemacht.

Anschließend wurden beide Aufnahmen mit AutoStakkert gestackt und hier fiel schon auf das dass Luminanzbild, also die schwarz/weiß Aufnahme mit dem IR-Passfilter, mehr Details bietet.

Im vorletzten Schritt wurden beide Bilder mit Fitswork vereint (L-RGB) und im Letzten mit RegiStax6 geschärft. Das Ergebnis ist ein detailreicheres Bild als es nur mit der RGB-Aufnahme möglich wäre.

Man darf jetzt mit der L-RGB Methode natürlich keine Wunder erwarten, aber es macht schon einen kleinen Unterschied ob man ein Luminanzbild benutzt oder nicht. Mein jetziger IR Pass Filter* blockiert Wellenlängen unter 670 nm, was doch recht weit in das sichtbare Licht hineinreicht.
Demnächst möchte ich auch einen aggressiveren IR-Pass Filter wie dem Astronomik „ProPlanet 742*„, der ab 742nm aufmacht, oder den „ZWO IR-Passfilter*“ der bei knapp 800nm öffnet. Leider wird bei steigender Wellenlänge auch das Bild dunkler, was wiederum heisst das die Belichtungszeit angehoben werden muss und so weniger Bilder pro Sekunde aufgenommen werden können. Ein Kompromiss halt, wie immer in der Astronomie 😉.

Details

NameJupiter
Datum:06.10.2022
Uhrzeit:22:45 Uhr
Sch. Helligkeit:ca. -2,7 mag
Höhe d. Objekts:ca. 36°
Azimut:ca. 152° (SSO)
Winkelausdehnung:ca. 0,013°
(0′ 49,6″)
Typ: Planet
Kamera:ZWO ASI 462MC Color *
Software:FireCapture (Win)
AutoStakkert (Win)
Fitswork (Win)
RegiStax 6 (Win)
Aufnahmezeit:30s RGB
30s Luminanz
sonstiges:
Zubehör:UV-IR Cut Filter*
IR Pass Filter*
Entfernung:ca. 593 Mio km
Ausdehnung:ca. 142.984 km
Teleskop: Meade LX200 ACF 355/3550*

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